Laut dem Wikipedia Artikel zur privaten Krankenversicherung in Deutschland verfügen etwa 10,5 % (Stand 2008) der deutschen Bevölkerung über eine Krankenvollversicherung bei einem Versicherungsunternehmen aus dem Bereich der PKV. In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass circa 8,6 Millionen Menschen von den Vorteilen der privaten Krankenversicherung profitieren. Im ersten Moment wirkt diese Größenordnung – gemessen an der Gesamtbevölkerung – vermutlich etwas gering.

Dies hat allerdings auf der einen Seite den Hintergrund, dass nur Krankenvollversicherungen berücksichtigt wurden und auf der anderen Seite, dass nicht jeder Bürger die Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung hat. Um in den Genuss zu kommen, die Wahl zwischen den beiden in Deutschland existierenden Versicherungsmodellen zu haben, muss man verschiedene Vorraussetzungen erfüllen. Um als Angestellter respektive Arbeitnehmer in die private Krankenversicherung wechseln zu können, muss das eigene Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze von aktuell 49.950 € (2010) liegen.

Angehörige der Freien Berufe wie Ärzte oder Notare haben es leichter, sie unterliegen – anders als Arbeitnehmer – nicht der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung und haben somit direkt die Möglichkeit, sich unabhängig von ihrem Einkommen für oder gegen die private Krankenversicherung zu entscheiden. Dies gilt darüber hinaus auch für Beamte und Selbstständige beziehungsweise Unternehmer. Eine weitere Hürde, die viele Menschen an einem Wechsel in die PKV hindert, ist der persönliche Gesundheitszustand.

Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung berechnet die private Krankenversicherung die Versicherungsprämie anhand diverser Faktoren wie Eintrittsalter, Geschlecht, Vorerkrankungen, etc. Hieraus ergibt sich anschließend eine auf das Risiko des Kunden zugeschnittene Versicherungsprämie, die in vielen Fällen Aufgrund diverser Vorerkrankungen oder einem hohen Eintrittsalter für den Kunden im Vergleich zum GKV-Tarif unattraktiv ist.

Für junge, gesunde Menschen, die über die finanziellen Voraussetzungen für einen Beitritt in die private Krankenversicherung verfügen, kann sich ein Wechsel allerdings in der Tat lohnen. Alleinstehende, die über ein solides und gutes Einkommen verfügen, zahlen zum Beispiel häufig deutlich geringere Prämien als bei der GKV. Darüber hinaus bietet die PKV in Abhängigkeit des jeweiligen Tarifes verschiedene Leistungen, die von der GKV nicht übernommen werden. Die GKV bezahlt nur Leistungen, die nach ihrem Ermessen notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind.